Wenn du schon Werkzeugakkus zu Hause hast, besitzt du bereits die teuerste Komponente einer mobilen Stromlösung – egal ob beim Campen oder im Blackout. Mit dem richtigen Adapter lässt sich so ein Werkzeugakku nämlich als Powerbank oder sogar als Powerstation nutzen. In meinem Artikel zur Stromversorgung im Blackout hatte ich das schon als Spartipp angerissen. Hier die ausführliche Version: Welche Marke bietet was, wer kann sogar Solar laden, und was sich sonst noch lohnt.
Warum das überhaupt funktioniert
Werkzeugakkus (meist 18V) sind technisch gar nicht so weit von einer klassischen Powerbank entfernt – nur robuster gebaut und mit mehr Kapazität. Ein Adapter übernimmt die Spannungswandlung auf normales USB (5V) oder USB-PD (bis zu 20V), oder bei den größeren Lösungen sogar auf waschechten 230V-Wechselstrom. Es gibt zwei Kategorien: kleine, günstige USB-Adapter für den schnellen Handy-Ladevorgang – und ausgewachsene Powerstation-Lösungen, die auch größere Geräte stemmen.
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Die einfachen USB-Adapter: Einhell, Bosch, Makita, Ryobi
Einhell TC-CP 18 Li USB-Solo, Bosch GAA 18V-24, Makita DEAADP05 und Ryobi R18USB-0 sind sich sehr ähnlich: reine USB-Adapter fürs jeweilige 18V-Ökosystem, ohne 230V- oder 12V-Ausgang. Sie machen aus deinem Werkzeugakku eine improvisierte Powerbank fürs Handy – mehr nicht. Für Licht und Kommunikation im Blackout reicht das locker, und auch beim Campen eine unkomplizierte Lösung, wenn du ohnehin Werkzeugakkus dabeihast. Für alles, was mehr Leistung braucht – etwa eine Kühlbox –, musst du eine Kategorie höher.
Diese vier sind nur die bekanntesten Beispiele – einen einfachen USB-Adapter gibt es mittlerweile für viele weitere Werkzeughersteller. Das Prinzip ist bei allen dasselbe, nur die Steckform am Akku unterscheidet sich.
Wichtig bei Bosch: Zwei getrennte 18V-Systeme. Bosch hat nicht nur ein 18V-Akkusystem, sondern zwei komplett separate: Bosch Professional (blau, für Handwerker-Werkzeuge, dafür ist der GAA 18V-24 gedacht) und Power for All (grün, das Heimwerker-System, das sich Bosch mit Marken wie Gardena, Flymo oder Gloria teilt). Die Akkus beider Systeme sind nicht miteinander kompatibel. Für Power-for-All-Akkus gibt es den eigenen Bosch UniversalUSB 18V-45 – technisch dasselbe Prinzip (1x USB-A, 1x USB-C mit bis zu 3A Schnellladung), nur eben fürs grüne statt blaue Ökosystem.
Wenn’s mehr sein soll: Drei echte Powerstation-Lösungen mit Werkzeugakkus
Einhell Werkzeugakku als Powerstation
Echte 230V-Steckdose plus USB-Anschluss, dafür die schwächste der drei Lösungen. Anders als bei Makita und Ryobi gibt Einhell für die 150 Watt keine separate Spitzenleistung an – laut Hersteller ist das die maximale Ausgangsleistung, die nicht überschritten werden kann. Bei Geräten mit hohem Anlaufstrom solltest du das im Hinterkopf behalten. Es gibt sie in zwei Varianten: Die TE-ES 18/150/1 Li-C-Solo hat zusätzlich einen 12V-Anschluss und einen USB-C-PD-Ladeeingang, über den sie sich auch mit Einhells eigenem Solarpanel oder einem USB-C-Netzteil nachladen lässt. Die einfachere TC-ES 18/150/1 Li-Solo hat weder 12V-Anschluss noch die Solar-Lademöglichkeit, ist dafür aber auch günstiger.
Makita Werkzeugakku als Powerstation (PDC01 + BAC01)
Hier brauchst du gleich zwei zusätzliche Teile zu deinen normalen Werkzeugakkus: den PDC01, einen Akku-Rucksack mit vier Steckplätzen für deine vorhandenen 18V-Akkus, und den BAC01, den eigentlichen Stromwandler, der daraus unter anderem 230V macht. Der BAC01 bietet dabei neben den 230V-Steckdosen auch 2x USB-A, 2x USB-C und einen 12V-Anschluss. Mit 1.400 Watt Dauerleistung die zweitstärkste Lösung im Vergleich (nur Ryobi liefert mehr), zugleich aber auch die teuerste und sperrigste – zusätzlich zu den Akkus selbst kaufst du hier praktisch zwei weitere Geräte dazu. Zudem die einzige ganz ohne Solar-Lademöglichkeit: Die Akkus müssen separat an der Steckdose geladen werden, was sie für reine Off-Grid-Autarkie weniger geeignet macht.
Alternativ zum PDC01 gibt es noch den PDC1500, ein komplett anderes Produkt: kein Rucksack für deine eigenen 18V-Akkus, sondern ein eigener Akku-Rucksack mit fest verbauter 1.500-Wh-Batterie. Der lässt sich zwar ebenfalls mit dem BAC01 kombinieren, hat mit „vorhandene Akkus weiterverwenden“ aber erstmal nichts zu tun – es sei denn, du besitzt so einen Akku-Rucksack ohnehin schon für andere Zwecke, etwa größere Makita-Gartengeräte. Dann ist er natürlich eine sinnvolle Ergänzung.
Ryobi Werkzeugakku als Powerstation (RY36BI1800A)
Die Ryobi RY36BI1800A ist die stärkste Lösung im Vergleich: 1.800 Watt Dauerleistung, 3.000 Watt Anlaufleistung, 4 Akkusteckplätze, Hot-Swap im Betrieb, App-Steuerung über die RYOBI App. Kein Solar-Ladeeingang.
Der Haken: Sie läuft mit dem eigenen 36V-MAX-POWER-System (auch für Ryobi-Gartengeräte genutzt), nicht mit deinen normalen 18V-ONE+-Akkus. In den USA, Australien und Neuseeland gibt es zwar auch eine große 18V-Variante mit Solar-Ladeeingang – auf dem deutschen Markt konnte ich die aber nirgends finden.
Für dein vorhandenes 18V-System bleiben die kleineren Modelle: RY18BI150A (150 Watt, kein Solar) und der solarfähige Nachfolger RY18BI150B (150 Watt, 225 Watt Peak, USB-C) – deutlich schwächer, dafür mit deinen Akkus kompatibel.
Der Gesamtvergleich
| Lösung | Preis (ca.) | Dauerleistung | Anschlüsse | Steckplätze | Mögliche Kapazität | Solar-fähig? | Fazit |
| Bosch GAA 18V (Professional, blau)* | ~30 € | USB only | USB-A | 1 | ~36–216 Wh | Nein | Reine Handy-Ladehilfe, nur Bosch-Professional-Akkus |
| Bosch UniversalUSB 18V-45 (Power for All, grün)* | ~15 € | USB only | USB-A, USB-C | 1 | ~27–108 Wh | Nein | Reine Handy-Ladehilfe, nur Power-for-All-Akkus |
| Makita DEAADP05* | ~20 € | USB only | USB-A | 1 | ~27–216 Wh | Nein | Reine Handy-Ladehilfe |
| Ryobi R18USB-0* | ~35 € | USB only | USB-A | 1 | ~36–108 Wh | Nein | Reine Handy-Ladehilfe |
| Einhell TC-CP 18 Li USB-Solo* | ~15 € | USB only | USB-A | 1 | ~36–144 Wh | Nein | Reine Handy-Ladehilfe |
| Einhell TC-ES 18/150/1 Li-Solo* | ~80 € | 150 W (kein Peak) | USB-A, USB-C, 230V | 1 | ~36–144 Wh | Nein | Günstiger, aber ohne 12V und Solar |
| Einhell TE-ES 18/150/1 Li-C-Solo* | ~125 € | 150 W (kein Peak) | USB-A, USB-C, 12V, 230V | 1 | ~36–144 Wh | Ja z. B. Einhell Solarpanel (40W) | Einzige Einhell-Variante mit 12V und Solar |
| Ryobi RY18BI150A* | ~60 € | 150 W | USB-A, 230V | 1 | ~36–108 Wh | Nein | 1. Generation, kein Solar |
| Ryobi RY18BI150B* | ~95 € | 150 W (225 W Peak) | USB-A, USB-C, 230V | 1 | ~36–108 Wh | Ja z. B. Ryobi RYSP21A (21W) | 2. Generation, solarfähig, 18V-kompatibel |
| Makita PDC01* + BAC01* | BAC01 ~500 € + PDC01 ~100 € | 1.400 W (2.800 W Peak) | USB-A, USB-C, 12V, 230V | 4 | PDC01 mit eigenen Akkus: 108–864 Wh. Alternativ PDC1500 (fest verbaut): 1.500 Wh | Nein | Braucht extra Rucksack, kein Solar |
| Ryobi RY36BI1800A* | ~700 € | 1.800 W (3.000 W Peak) | USB-A, USB-C, 230V | 4 (eigenes 36V-System) | 288–1.728 Wh | Nein | Stärkste Lösung, aber eigenes Akkusystem und kein 12V und kein Solar |
*Alle Kapazitätswerte gelten für einen Akkusatz. Leere Akkus tauschst du einfach gegen geladene aus – bei Ryobi sogar per Hot-Swap ohne Unterbrechung. Anders als bei einer klassischen Powerstation musst du dafür nicht das ganze Gerät neu laden.*
Zur Einordnung, falls dir die Wh-Zahlen nichts sagen: Eine übliche Powerbank (20.000 mAh) kommt auf etwa 74 Wh, eine klassische Einsteiger-Powerstation auf 500 bis 700 Wh, eine große Premium-Powerstation auf 2.000 Wh und mehr (Details dazu in meinem Strom-Artikel). Die einfachen USB-Adapter bewegen sich damit im Powerbank-Bereich. Einhells Lösungen gehen schon einen Schritt weiter – mehr Funktionen (12V, 230V, teils Solar) und etwas mehr Leistung als eine normale Powerbank, aber natürlich nicht so viel wie eine ausgewachsene Powerstation. Einhell sitzt also irgendwo dazwischen. Makita mit vier Akkus und Ryobi mit ebenfalls vier (aber größeren, 36V-)Akkus erreichen dagegen rein von der Kapazität her locker das Niveau einer Einsteiger- bis Premium-Powerstation – bei den Funktionen gewinnen echte, dedizierte Powerstations aber nach wie vor, zumindest bei Makita.
Umrechnung für deine eigenen Akkus: Ah × Volt = Wh. Die meisten hier genannten Systeme laufen mit 18 Volt, du multiplizierst also einfach die Ah-Zahl auf dem Akku mit 18. Ein 4-Ah-Akku hat demnach 72 Wh, ein 6-Ah-Akku 108 Wh. Mehrere Akkus gleichzeitig addierst du einfach. Ausnahme: Ryobis große RY36BI1800A-Lösung läuft mit 36V-Akkus, dort rechnest du entsprechend mit Ah × 36. Kleine Randnotiz: Manche Hersteller geben ihre 18V-Akkus als „20V“ oder „20V MAX“ an – das ist technisch dasselbe Akkusystem, nur mit der unbelasteten Spitzenspannung statt der nominalen 18V beworben. Für deine Rechnung kannst du trotzdem mit 18V kalkulieren.
Für Camping und Blackout heißt das konkret: Willst du mehrtägig ganz ohne Steckdose auskommen, sind Einhells TE-ES und Ryobis kleiner RY18BI150B aktuell die einzigen bestätigten Optionen mit Solar-Ladeeingang – beide zudem mit deinen normalen 18V-Akkus kompatibel, wenn auch mit begrenzter Leistung (150 Watt). Für richtig viel Leistung müsstest du bei Ryobis großer RY36BI1800A oder bei Makitas Makpac-Lösung auf Solar verzichten und die Akkus klassisch an der Steckdose laden.
Günstiger geht’s mit Nachbauten von Drittanbietern
Sowohl bei den kleinen USB-Adaptern als auch bei den größeren Powerstation-Lösungen gibt es neben den Original-Produkten der Werkzeughersteller auch Nachbauten von Drittanbietern – oft aus chinesischer Fertigung, über Amazon, eBay und Co. vertrieben. Laut zahlreichen Erfahrungsberichten funktionieren diese oft zuverlässig – das Prinzip (18V-Akku rein, USB oder 230V raus) ist simpel genug, dass auch günstigere Elektronik damit meist klarkommt.
Wenn du experimentierfreudig bist und ein paar Euro sparen willst, ist das eine legitime Option – bei den kleinen USB-Adaptern ist das Risiko sowieso überschaubar. Bei den größeren, leistungsstärkeren Powerstation-Lösungen (150 Watt und mehr, teils mit 230V-Netzstrom) würde ich persönlich für den Ernstfall trotzdem eher zur Original-Lösung eines etablierten Herstellers greifen, wo Garantie und Qualitätskontrolle greifen – gerade, wenn empfindliche Elektronik oder die eigene Sicherheit dranhängt.
Praxistipp: Achte beim Kauf von Nachbauten auf eine CE-Kennzeichnung. Die ist in der EU für Elektrogeräte gesetzlich vorgeschrieben und zeigt an, dass der Hersteller die grundlegenden EU-Anforderungen erklärt hat einzuhalten.
Eigenbau: Die DIY-Lösung für dein 18V-Akkusystem
Wenn dir die Fertiglösungen nicht reichen, gibt es noch eine dritte Option zwischen „Adapter kaufen“ und „neue Powerstation kaufen“: der Eigenbau. Das Prinzip funktioniert unabhängig von der Marke – jedes 18V-Akkusystem liefert im Kern dieselbe Ausgangsspannung, die sich mit passenden Wandlermodulen auf USB, 12V oder 230V wandeln lässt.
Ich habe mir für meine Einhell-Akkus zwei eigene Lösungen gebaut, die sich 1:1 auf jedes andere 18V-System übertragen lassen:
- Die aufwendigere Variante: ein 3D-gedrucktes Gehäuse mit zwei Akkusteckplätzen, kombiniert mit einem DC/DC-Wandlermodul und einem aufgesetzten Wechselrichter. Am Ende stehen mir USB, USB-C PD, 12V und 230V zur Verfügung, dazu eine Ladestandsanzeige.
- Die einfachere Variante: ein altes, ausgeschlachtetes Ladegerät mit neuer Elektronik für 12V und USB. Deutlich reduzierter Funktionsumfang, dafür minimaler Aufwand.
Ein Hinweis, falls dich das reizt: Das ist nichts für den ersten Bastelversuch. Du arbeitest mit Akkuspannung und teilweise mit einem Wechselrichter – Fehler bei der Verkabelung sind hier riskanter als bei gewöhnlicher Bastel-Elektronik. Ich zeige hier bewusst keine Schritt-für-Schritt-Anleitung; wer sich das zutraut, sollte solide Elektronik-Grundkenntnisse mitbringen.
Häufige Fragen
Bei den einfachen USB-Adaptern nein – die sind reine Handy-Ladehilfen. Einhells Lösungen sind eher eine Mittelstufe zwischen Powerbank und Powerstation, keine vollwertige Alternative. Makita (PDC01+BAC01) und Ryobi kommen bei Kapazität und Leistung tatsächlich in Powerstation-Regionen – funktional (Bedienkomfort, Anzeige, Schutzschaltungen) reichen sie an eine dedizierte Powerstation aber nicht ganz heran. Details dazu im Kapazitätsvergleich oben.
Das hängt vom eingesteckten Akku ab, nicht vom Adapter selbst – der wandelt nur um, speichert aber nichts. Bei den einfachen USB-Adaptern (Bosch, Makita, Ryobi, Einhell) mit einem Akku sind das je nach Marke und Akkugröße etwa 27 bis 216 Wh. Bei den großen Powerstation-Lösungen mit mehreren Akkus kommt deutlich mehr zusammen: Makita erreicht mit vier 18V-Akkus zwischen 108 und 864 Wh, je nach Akkugröße, Ryobis RY36BI1800A mit vier eigenen 36V-Akkus zwischen 288 und 1.728 Wh. Die genaue Rechnung und alle Beispielwerte findest du weiter oben in der Tabelle.
Zwei Lösungen bieten nachweislich einen Solar-Ladeeingang: Einhells TE-ES 18/150/1 Li-C-Solo (mit Einhells eigenem 40W-Solarpanel) und Ryobis kleiner RY18BI150B (mit Ryobi-Solarpanels wie dem RYSP21A) – beide zudem 18V-kompatibel. Makitas Makpac-Lösung, Ryobis großer RY36BI1800A, der ältere Ryobi RY18BI150A und die einfachen USB-Adapter haben nach allem, was ich finde, keine Solar-Lademöglichkeit.
Ja, die Technik ist identisch. Ob du deine Werkzeugakkus für ein Wochenende im Zelt oder für einen Stromausfall zu Hause nutzt, spielt für den Adapter oder die Powerstation keine Rolle. Einzig bei der Solar-Nachladung lohnt sich ein Blick auf die Jahreszeit: Im Sommer reicht ein kleines Panel meist locker, für ein Winter-Blackout würde ich eher mit voller Akkukapazität planen, statt auf Sonne zu hoffen.
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Hab ich eine Lösung vergessen? Der Markt für Werkzeugakku-Adapter und -Powerstations ist groß und ändert sich laufend – ich habe mich hier auf die aus meiner Sicht relevantesten Marken und Modelle konzentriert. Falls du eine weitere Lösung kennst, die hier fehlt, schreib sie mir gerne in die Kommentare – ich schaue sie mir an und ergänze den Artikel bei Bedarf.
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